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Kellerfest in Kasendorf: Ein Fest, das den ganzen Ort zusammenbringt
Blasmusik am Rathausplatz, ein langer Festzug durch den Ort und am Ende ein gut gefüllter Festplatz am Friesenbach: Beim traditionellen Kasendorfer Kellerfest zeigte sich einmal mehr, dass dieser Termin für viele fest zum Sommer gehört. Vereine, Familien, Ehrengäste und zahlreiche Besucher kamen zusammen, um gemeinsam zu feiern.
Den Auftakt machten die Kasendorfer Musikanten mit einem Standkonzert am Rathausplatz vor der Tagespflege „Schwarzes Ross“. Dort sammelten sich nach und nach auch die Teilnehmer des anschließenden Festzuges. Und davon gab es einige.
Neben zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern waren auch Vertreter aus Politik und öffentlichem Leben gekommen. Unter ihnen befanden sich Landrat Jonas Gleich, der stellvertretende Landrat Jochen Bergmann, Landtagsabgeordneter Rainer Ludwig und Regierungspräsident Florian Luderschmid.
Vor allem aber zeigten die Kasendorfer Vereine beim Festzug Präsenz. Unter anderem waren der TC Kasendorf, der Gartenbauverein, der SSV Kasendorf und der MSC Kasendorf mit dabei. Zusammen mit weiteren Gruppen und begleitet von den Kasendorfer Musikanten setzte sich der stattliche Zug durch den Ort in Bewegung.
Ziel war der traditionelle Festplatz am Friesenbach, idyllisch unter alten Bäumen am Fuße des Turmbergs gelegen. Dort waren die Tische schnell gut besetzt. Viele nutzten die Gelegenheit, Bekannte zu treffen, miteinander ins Gespräch zu kommen und einen entspannten Sonntagnachmittag zu verbringen.
Nach der Ankunft begrüßte Elke Fischer, die Erste Vorsitzende des Gesangvereins Liederkranz Kasendorf 1854 e. V. die Festgesellschaft. Auch Erste Bürgermeisterin Tanja Friedrich hieß die Gäste willkommen.
Für Friedrich folgten anschließend gleich zwei Aufgaben, die bei einem Kellerfest durchaus wichtiger sein können als so mancher Termin im Rathaus. Zunächst ging es ans Bierfass. Assistiert von Landrat Jonas Gleich setzte die Bürgermeisterin zum traditionellen Bieranstich an. Drei kräftige Schläge waren nötig, dann war das Fass angezapft und das Kellerfest auch ganz offiziell eröffnet.
Danach wechselte Friedrich vom Zapfhahn zum Taktstock. Auch hier wartete eine Premiere: Nach alter Tradition durfte die Bürgermeisterin einen Marsch der Kasendorfer Musikanten dirigieren. Für ihren ersten Einsatz am Dirigentenpult stand der „Titanenmarsch“ auf dem Programm. Friedrich stellte sich der ungewohnten Aufgabe und brachte Musiker und Publikum gemeinsam durch das Stück.
Dass beim Kellerfest politische Ämter nicht vor neuen Herausforderungen schützen, erfuhr auch Landrat Jonas Gleich. Nach seiner Assistenz beim Bieranstich versuchte er sich später beim Ponyreiten. Dabei machte er zwar eine etwas andere Figur als bei offiziellen Terminen, hatte aber offensichtlich ebenso viel Spaß wie die Zuschauer.
Für die Kinder hatte der CVJM Kasendorf wieder eine Spielstraße vorbereitet. Und natürlich durfte auch ein Programmpunkt nicht fehlen, auf den viele jedes Jahr besonders warten: das Entenrennen auf dem Friesenbach.
Als die kleinen gelben Rennenten zu Wasser gelassen wurden, verfolgten zahlreiche Kinder und Erwachsene vom Ufer aus, welche von ihnen die Strömung am besten erwischte. Das Entenrennen gehört mittlerweile einfach zum Kellerfest – und sorgt jedes Jahr aufs Neue für erstaunlich viel Spannung an einem ansonsten eher beschaulichen Bach.
Auch kulinarisch war reichlich Auswahl geboten. Neben Bratwürsten und Steaks kamen Gyros, Pizza und Fischbrötchen auf den Tisch. Am Nachmittag standen außerdem Kaffee und eine große Auswahl an Kuchen bereit. Damit war für diejenigen, die nur auf einen Kaffee vorbeischauen wollten, ebenso gesorgt wie für Besucher, die den ganzen Tag auf dem Festplatz verbrachten.
Für die musikalische Begleitung sorgten zunächst die Kasendorfer Musikanten. Am Abend übernahmen „Wir sind Wir“ mit Gitti und Frank und führten den geselligen Festtag musikalisch weiter.
Auch die Fotoausstellung von Rainer Friedmann zog zahlreiche Interessierte an. Immer wieder versammelten sich Besucher am Fototisch, um gemeinsam die Aufnahmen zu betrachten und dabei so manche Erinnerung auszutauschen.
Das Kellerfest hat in Kasendorf eine lange Geschichte. Bereits seit 1877 wird die Tradition gepflegt, heute vom Gesangverein Liederkranz Kasendorf 1854 e. V. als Veranstalter. Dass sich auch nach so vielen Jahren noch zahlreiche Vereine am Festzug beteiligen und viele Besucher den Weg zum Friesenbach finden, zeigt, welchen Stellenwert das Fest im Ort besitzt.
Dabei lebt das Kellerfest weniger von großen Attraktionen als von seiner besonderen Mischung: Blasmusik und Festzug, Kinderprogramm und Entenrennen, eine Brotzeit oder ein Stück Kuchen – und vor allem genügend Zeit, um sich an den Tischen unter den Bäumen zu treffen und miteinander zu reden.
So war auch das Kellerfest 2026 vor allem das, was es sein soll: ein unkompliziertes Fest für Kasendorf und seine Gäste, bei dem viele Vereine und Helfer gemeinsam dafür sorgten, dass sich Jung und Alt wohlfühlten. Und spätestens beim Blick auf den gut besuchten Festplatz wurde deutlich: Die mittlerweile fast 150 Jahre alte Kellerfest-Tradition ist in Kasendorf nach wie vor lebendig.
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