Zultenberg

"Zultenberg im Herzen Oberfrankens"
Wintersport in Zultenberg
Blick in die Ferne
Berggottesdienst an Himmelfahrt
weitläufig gespurt
verdiente Mitglieder
Skilift der Fam.Hübner
Vorstand K.Amschler
Hüttenromantik
Ski- und Wanderhütte

Der Ski-Club Jura

Das Johannifeuer jährlich am 24. Juni.

Kutschfahrt auf dem Görauer Anger.
Ein Bericht von Katrin Hammon.

Der Berggottesdienst jährlich am Himmelfahrtstag.

Geschichtliches zu Zultenberg

Reich an Reizen, aber auch an Steinen

Zultenberg, das nur knapp 100 Einwohner zählt, liegt 538 Meter über dem Meeresspiegel auf der Hochfläche des Fränkischen Jura.

Drei km nordöstlich von Kasendorf, dem es durch die Gebietsreform seit 1978 gemeindlich zugeordnet ist, und 7 km südwestlich von Weismain liegt Zultenberg am “Görauer Anger“ (552 m), der mit seiner einzigartigen Fernsicht und seinem Rundblick jedem Wanderer und Heimatfreund ein Begriff ist. Kenner behaupten, dass der “Görauer Anger“ zu den erhabensten Aussichtspunkten des Frankenlandes zählt.

Bei günstigem Wetter bietet sich dem Betrachter ein einzigartiges Panorama. Blickt man nach Nordosten hinunter in das 150 m tiefer gelegene Juravorland, so kann man den Main verfolgen, wie er, rechts von Melkendorf kommend, links nach Westen weiterzieht. Etwas oberhalb von Mainleus ragt der Patersberg auf, dahinter erhebt sich der Frankenwald, und bei klarer Sicht schweift der Blick weiter nach rechts bis hinüber zu den Gipfeln des Fichtelgebirges.

Nach Nordosten hin fällt der Anger in einer bis zu 12 Meter hohen Felsmauer, die hier von Riffkalken des Weißen Jura gebildet wird und darunter von einem dunkelgrünen Waldgürtel gesäumt wird, schroff zum Keupervorland hin ab.

Erste urkundliche Nennung

Urkundlich wird Zultenberg erstmals 1371 erwähnt. Ein Heinrich Rauschner auf einem befestigten Hof “zu dem Zultenberg“ erhält von Bischof Ludwig von Bamberg die Erlaubnis, auf seiner Wiese in Lyntenberg ein Haus aus Holz zu hauen. Dieser befestigte Hof (Burgstall) stand unmittelbar am Steilabfall des “Görauer Anger“ und war von einem hufeisenförmigen Innengraben mit Außenwall umgeben, der beiderseitig im Steilhang ausläuft. Ein kurzes Wallgrabenstück ist heute noch sichtbar.

Funde aus der Vorzeit

Dass die Gegend um Zultenberg jedoch schon wesentlich früher bewohnt war, bezeugen zahlreiche auf der Oberfläche oder bei Ausgrabungen gemachte vor- und frühgeschichtlichen Funde.

Am Ende des ‘Görauer Angers“ sowie im “Stöckig“ bei Görau befinden sich zwei Grabhügelgruppen, die bereits vor etwa hundert Jahren angetrichtert worden sind. Unter anderem wurde ein Bronzeschwert mit massivem achteckigem Griff gefunden, welches in die späte Bronzezeit gehört (um 1000 v. Chr.), das sich heute im Bayreuther Museum befindet. Auch wurden zwei Gräber mit Wagenresten, die in der Hallstattzeit (700-450 v. Chr.) eine Seltenheit darstellen und auf einen höheren sozialen Rang der hier Bestatteten schließen lassen, bei der unsachgemäßen Arbeitsweise zerstört. So hob man nur eine eiserne Radbüchse auf und warf die Eisenreifen wieder weg!

Aus einem zerstörten Grabhügel in dem Hügelgräberfeld der Flurabteilung „Prelitz“ stammen ein Lappenbeil und eine Gewandnadel aus Bronze, ein tönerner Spinnwirtel und Tongefäßreste. Die Funde gehören schon in die ausgehende Bronzezeit (um 1000 v. Chr).

Als 1935 nahe Zultenberg ein 5o Meter langer Steinlesehaufen abgetragen wurde, wurden drei darunter liegende hallstattzeitliche Brandgräber angeschnitten. Die zerbrochenen Beigefaße konnten wieder zusammengesetzt bzw. ergänzt werden und befinden sich heute im Landschaftsmuseum Kulmbach. Zum gleichen Gräberfeld gehörte wohl auch eine Bestattung, die auf dem “Krammetshügel“ 1964 gestört wurde, als nördlich der Straße nach Kasendorf eine Feldscheune gebaut wurde.

Innerhalb der Ortschaft stieß man bei Bauarbeiten immer wieder auf menschliche Skelette, welche auf einen alten Ortsfriedhof (Reihengräberfeld) aus karolingisch-ottonischer Zeit schließen lassen (etwa 9./10. Jhdt. n. Chr.). Typische Beigaben waren Eisenmesser sowie bronzene oder silberne “Schläfenringe“.

Aus der Geschichte von Zultenberg

Die Schreibweise von Zultenberg ist 1370 Zulkenberg, 1372 Zeulkenberg, 1415 Zulkenperg, 1420 Zülckenperg, 1421 zu Ulckenberg, 1435 zum Zulckenberg, 1486 Zulkhenberg.

Im 14. Jahrhundert gehörte Zultenberg dem Stift St. Stephan zu Bamberg. Den Getreidezins bezog der Burghüter zu Niesten zum Unterhalt seiner Türmer und Wächter.

Im Urbar des Amts Weismain steht außerdem:

Jeder Pauer aus nachgeschriebenen Dörfern ... Zultenberg sein schuldig alls Feuer-Holz, so man dahier uffen Schloß bedürftig ist, uffs Schloß zu hauen und zu führen. Jedes Dorf ein Wachen, und ist der Ambtmann ein jeder Pauern des Tags, so er erfahren hat, zwey Fron Brodt zu geben schuldig.

Die von Wunkendorf und Zultenberg sein schuldig, dem Ambtmann allen Mist auszuführen, auf- und abzuladen und müssen zu eigen Futter haben.

Die gedachten Untertanen zum Zultenberg haben ihr Pfarrecht und Begräbnis zu Kasendorf in Märkgräflicher Obrigkeit dahin zu dem Schulmeister, welcher ein Pauwerck und mit ein Pflug ausfahrt, zwo Garb und jedes Haus jährlich den Laib Brodt zu geben hat.

Cent: Die Pfarrei Kasendorf hat in Thaill (Teil) von Dorfzehnten

Die gen Weismain haben auch ein Thaill von solchem Zehnten. Das Spital zu Bamberg bey St. Martin haben auch allda einen Zehnten.“

Bis 1838 hatte Zultenberg eine eigene Schule. Wegen Untüchtigkeit des Schulhalters wurde sie mit der Schule Kasendorf vereinigt.

Aber bereits schon 1840 wurden die vier Dörfer Neudorf, Reuth, Welschenkahl und Zultenberg, die zu drei verschiedenen Gemeinden gehörten, zu einer gemeinsamen Schule mit dem Sitz in Kasendorf vereinigt. Sie war in verschiedenen Mietlokalen (im Söhnleinschen Haus, im Faberschen Haus und im Nebenhaus des Golenen Anker) untergebracht. 1872 wurde das Stübingersche Haus Nr. 7 am Markte abgekauft, das allen noch bekannte Landschulhaus, an dessen Stelle jetzt die Kulmbacher Bank steht. Dieser alte Verband dauerte bis zum 2. Weltkrieg.

Wie alle hochgelegenen Ortschaften des Jura, bedrückte Wassernot auch Zultenberg. Die einzige Quelle liegt unterhalb der Ortschaft am Fuße des “Görauer Anger‘ dem “Brenngraben“, wo heute noch schlecht ausgebeutete Schlacken aus früherer Eisengewinnung, wohl aus der in der Nähe anstehenden Brauneisenerz, zu finden sind. Da die Quelle nur schwach läuft, baute man bereits im Jahre 1898 eine Wasserleitung.

Der Brauereibesitzer Meisel in Kasendorf hatte eine Turbinenanlage zur Elektrizitätsgewinnung am Friesenbach gebaut, die jedoch seine Erwartungen nicht erfüllte So verkaufte er die Anlage an die Zultenberger, die unmittelbarer Nähe eine Stauquelle erschlossen und Wasser mit Turbinenantrieb nach Zultenberg pumpten. Jahre später wurde noch die Ortschaft Seubersdorf schlossen. Bis 1967 versorgte diese Anlage die beiden Orte, dann erfolgte ein Anschluss an die Azendorfer Gruppe.

Die verkehrsmäßige Erschließung fand mit dem Bau des Wirtschaftsweges Kasendorf- Zultenberg 1952/53 statt. Durch die Weiterführung der Straße Kasendorf-Weismain ist der Ort in den Verbund des Verkehrs aufgenommen und die herrliche Landschaft für jedermann zugänglich gemacht.

Geplagte Untertanen

Die Reformation fand in unserer Gegend um 1528 Eingang. Obgleich Zultenberg zum Bistum Bamberg gehörte, wurden seine Einwohner evangelisch.
In der Zeit der Gegenreformation hatte deshalb der Ort unter den Bambergern schwer zu leiden. 1598 sollten diejenigen Zultenberger, welche nicht wieder katholisch werden wollten, das Bistum verlassen, oder sie sollten sich der Kirchenrechte von Kasendorf gänzlich fernhalten.

Am 5. September 1598 wurden sie vor den katholischen Pfarrer zu Weismain beordert, welcher ihnen befahl, binnen 14 Tagen die päbstliche Lehre anzunehmen und zu beichten, widrigenfalls sie Haus und Hof als bambergisches Lehen zu räumen hätten, was sie mit Hand und Mund versprechen mussten.

Hiergegen beschwerten sich die fürstlich brandenburgischen Räte zu Kulmbach beim Markgrafen. Gleichwohl wurden die Zultenberger zum 13. Oktober erneut nach Weismain vorgeladen. Sie wehrten sich tapfer und beriefen sich darauf, dass ihre Vorfahren schon seit Menschengedenken das Kirchenrecht in Kasendorf gebraucht hätten und dem Pfarrer und Lehrer dort Zehnten und Abgaben geben mussten. Sie wurden aber arrestiert. Nun trat Markgraf Georg Friedrich für sie ein.

Nachteile der Konfessionsgrenze

Dreißig Jahre später begann die Bedrückung durch den Bischof aufs neue. Bei der Einsetzung eines katholischen Pfarrers 1629 in Buchau wurden die bischöflichen Unter tanen von Zultenberg mit vorgeladen (ein Gütlein war markgräflich) und nicht eher aus der dortigen Kirche herausgelassen, bis sie versprachen, zwischen Oculi und Pfingsten päbstlich zu werden oder ihr Lehen zu räumen.

Der alte Bauer Matthes Schäffer, der es vorzog, am Tage der Installation des Buchauer Priesters daheim zu bleiben, wurde zu dem Kastner nach Weismain geholt und von diesem gefragt, ob er sich an diesem Tage mit Weib und Kind in der Kirche zu Buchau eingestellt habe. Darauf erwiderte der unerschrockene Mann, er und seine Voreltern hätten ihr Kirchenrecht zu Kasendorf nunmehr über 100 Jahre gehabt. Deshalb sei er auch nicht gesonnen, die Kirche in Kasendorf zu verlassen. Darauf wurde er vom Büttel ins Gefängnis geführt, wo er fünf Stunden verbleiben musste.

Bei seiner Entlassung wurde ihm eingeschärft, dass er von jetzt an Kasendorf zu meiden habe und dass er und seine Besitznachfolger auch keinen Zehnten dorthin abzugeben hätten. Er müsse sein Kirchenrecht zu Buchau suchen. Und wenn er gleich diese Stunde in Zultenberg stürbe, so wolle er, der Kastner, ihn tot nach Buchau fahren lassen.

1631 wurden die Zultenberger wieder nach Weismain geladen wegen der Beichte und “in ärgste Gefängnis“ gelegt, bis sie versprachen, beichten zu wollen beim katholischen Pfarrer. Solche Bedrückungen neben den Drangsalen des 30-jährigen Kriegs setzten den Einwohnern schwer zu.

Diese Bedrängnisse zogen sich auch über das folgende Jahrhundert hin. In den Kasendorfer Kirchenbüchern wird über einen zwölfjährigen Knaben aus Zultenberg berichtet, der einen katholischen Vater und eine evangelische Mutter hatte und 1765 von den Eltern zu einem Vormund nach Azendorf und dort in die evang. Schule geschickt wurde. Nachdem die Arrestierung des Kindes in Weismain und auch die Zwangsmaßnahmen anlässlich seiner Verbringung nach Bamberg nichts nutzten, ihn für den katholischen Glauben zu gewinnen, wurde er zwangsweise einem katholischen Vormund in Geuthenreuth übergeben.

Pfarrer Silchmüller aus Kasendorf, der diesen Vorfall nach Kulmbach meldete, klagt darüber, dass man dabei sei, die Evangelischen in Zultenberg ganz und gar auszurotten.Während es vor 30 Jahren noch keine zwei katholischen Haushalte gegeben habe, sei jetzt schon die Hälfte des Ortes katholisch.

Wassernot auf dem Jura vor der Jahrhundertwende

Die Wassernot bedrückte die Bewohner der hochgelegenen Ortschaften des Jura im Sommer wie im Winter und erschwerte die Lebensverhältnissse, wie hier am Rande des Görauer Angers in Zultenberg, oft bis zu einem unerträglichen Maße. So befand sich in Zultenberg der Dorfbrunnen am Fußweg nach Wüstendorf/Lopp unterhalb des Steilabfalls, etwa 300 m von der Ortschaft entfernt. Dort floss aus einer Holzrinne das kostbare Trinkwasser, manchmal tröpfelte es auch nur. In trockenen Zeiten dauerte es dann auch eine Stunde, bis eine Wasserbutte vollgelaufen war. In Trockenperioden war der Brunnen Tag und Nacht besetzt und belagert. Vor Mitternacht gab es keine Ruhe am Brunnen und bald nach Mitternacht waren schon wieder die ersten Einwohner an der Wasserstelle, um möglichst ohne längere Wartezeit an das begehrte Nass zu kommen.

Unter den Wasserholern war es ein ungeschriebenes Gesetz, dass derjenige, der nur mit einem Eimer oder mit einer Kanne Wasser holen wollte, einem auch schon länger Wartenden mit Wasserbutte vorgehen durfte. Häufiger Zank und Streit waren somit am Brunnen Tagesordnung. Kinder wurden von Erwachsenen immer wieder hinausgedrängt, sie warteten manchmal tagelang, ohne an die Reihe zu kommen. Dieses Warten auf Wasser wurde in Zultenberg mit „Brunnenlauern“ bezeichnet.

Als Wirtschaftswasser zum Reinigen der Kartoffeln, als Tränke für das Vieh usw. musste das alte, angesammelte Regenwasser aus dem Dorfweiher, das oft mit Jauche vermischt war, verwendet werden. Diese Wassersammelstellen hießen auf dem Jura “Hühl“. War die Hühl entleert, so mussten die Bauern bis ins Tal fahren, um dort Wasser für den Betrieb zu holen.

Nicht vergessen habe ich die Geschichte, die mir mein Vater von meinem Großvater erzählte: Mit seinem Leiterwagen, zwei Kühlein vorgespannt und einem Wasserfass auf dem Gefährt, holte er in einer solchen Trockenzeit auch wieder sein Wasser aus Kasendorf. Glücklich war er deshalb, als er den mühseligen Weg ins Tal und wieder hinauf auf die Höhe zurückgelegt hatte. Doch wie groß war sein Schreck, wie er zu Hause feststellen musste, das er mit dem Stöpsel des Fasses auch das kostbare Wasser unterwegs verloren hatte. Wer die holprige, steile “Fuhre“ über die “Scholln“ noch kannte, den wird dies nicht verwundern. Der arme alte Mann weinte damals, dass seine und seiner Tiere Mühe umsonst gewesen war und er sich mit ihnen nochmals auf den Weg nach Kasendorf machen musste.
Erst 1897 erfolgte in Zultenberg der Bau der ersten Wasserleitung, die der früheren Not ein Ende bereitete.

Das Brünnlein war in den folgenden Jahrzehnten aber keinesfalls vergessen. Immer wieder diente es den Zultenbergern als wertvolle Wasserreserve, denn manches Mal schlug die Technik der Wasseranlage den Bauern ein Schnippchen.

Motorschäden und Rohrbrüche waren keine Seltenheit. Man holte dann die alten Wasserbutten von der Dachkammer, um wieder den Weg zu gehen, der für die Vorfahren zum Alltag gehörte. Genau so wie das Führen des Pfluges oder der Sense erforderte das Wassertragen Übung und Können und manch falscher Schritt brachte eine unfreiwillige Taufe.

Das Wasser aus dem “Brünnla“ am Brunnenberg sammelt sich gleich unterhalb der Quelle in einer Hühl, versickert und tritt erst 500 m unterhalb als “Lopper Bach“ wieder ans Tageslicht.

Die seit fast 50 Jahren immer wieder einsetzenden Erdrutsche an diesem Hang beweisen, dass das Wasser auf einer dicken Lettenschicht in nur geringer Tiefe unter der Erdoberfläche zu Tal fließt.

(aus dem Heimatbuch des Marktes Kasendorf)

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